Quereinsteigerinnen von der Pflege ins Büro
Als Arbeitsplatzcoach begleite ich immer wieder Frauen, die viele Jahre in der Altenpflege gearbeitet haben und nun als Quereinsteigerinne den Schritt in die Verwaltung eines Pflegedienstes wagen.
Und jedes Mal beeindruckt mich dieser Weg aufs Neue.
Denn diese Frauen bringen so viel mit: Erfahrung, Verantwortungsbewusstsein, Empathie, Belastbarkeit und ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse von Menschen. Sie haben oft jahrelang gepflegt, organisiert, Krisen gemeistert und für andere gesorgt.
Und dann sitzen sie plötzlich vor einem Computer und sagen:
„Ich komme mir vor, als könnte ich gar nichts mehr.“
Ein Neuanfang, der Mut verlangt.
Von außen betrachtet wirkt der Wechsel ins Büro oft wie eine Erleichterung.
Keine körperlich anstrengenden Pflegetätigkeiten mehr. Keine Früh-, Spät- oder Nachtdienste. Mehr geregelte Arbeitszeiten.
Doch was viele nicht sehen: Dieser Wechsel bedeutet häufig auch einen Verlust von Sicherheit.
Die vertrauten Abläufe fallen weg. Stattdessen warten neue Programme, neue Aufgaben und neue Verantwortlichkeiten.
Plötzlich müssen Frauen, die jahrelang Expertinnen in ihrem Beruf waren, wieder Neues lernen.
Das ist nicht immer leicht.
Die Zweifel nach dem Quereinstieg
In meinen Gesprächen erlebe ich oft, dass nicht die fachlichen, sondern die organisatorischen Herausforderungen das größte Problem sind. Sich selbst zu organisieren, Nachrichten, Termine und Informationen zu managen.
Häufige Aussagen sind z. B.:
„Ich komme gar nicht hinterher.“
„Wie gehe ich mit diesen ganzen Programmen um?“
„Vielleicht bin ich zu alt für so etwas.“
„Mir fehlen Regeln, an denen ich mich orientieren kann.“
„Ich werde mit meiner Arbeit gar nicht fertig.“
Das Gefühl von Überforderung
Es kann schnell zu Stress und Frust führen und dem Gefühl kommen, den Ansprüchen gegenüber sich selbst, dem Team und dem Arbeitgeber nicht gerecht zu werden.
Wie kann ein Arbeitgeber denn diesem Gefühl entgegenwirken?
Indem er seinen Mitarbeiterinnen das Wissen an die Hand gibt, was sie zusätzlich zu ihrem Fachwissen benötigen. Z. B. durch ein Arbeitsplatzcoaching vor Ort. Dort erlernen sie:
Wie gehe ich mit der Fülle an Mails um?
Wie organisiere ich die Ablage, dass sie für mich, aber auch für alle anderen, die mich vielleicht vertreten, funktioniert?
Wie behalte ich meine Termine im Griff?
Wie können wir gemeinsam unsere Kommunikation verbessern?
Für mich als Arbeitsplatzcoach ist es jedes Mal etwas Besonderes zu erleben, wie aus anfänglicher Unsicherheit Schritt für Schritt neues Selbstvertrauen entsteht.
Wie Frauen, die anfangs kaum glauben konnten, dass sie diese neue Aufgabe bewältigen werden, plötzlich eigene Lösungen entwickeln, Verantwortung übernehmen und ihren Platz im Team finden.
Mein Fazit
Der Quereinstieg von der Pflege in die Verwaltung ist mehr als ein beruflicher Schritt.
Er ist oft ein persönlicher Entwicklungsprozess.
Und ich empfinde großen Respekt für jede Frau, die den Mut hat, diesen Weg zu gehen und freue mich, sie darin mit einem Arbeitsplatzcoaching unterstützen zu können.